Eine Fahrt durch die Umgebung

oder auch

Wie mag es Flossie wohl gehen?
   
Dritter Teil: Wir fahren zum Point

    1. Teil: Wir fahren zum Benevenagh
2. Teil: Abwärts nach Downhill
3. Teil: ist vor Ihren eigenen Augen
4. Teil: Über den Teich zum Deich
5. Teil: Wie mag es Flossie wohl gehen?
Die Mündung der Roe des Nachts


 
Die Kreuzung in Downhill

Wo die Bishops Road die Küstenstraße trifft

Weiter gehts - ohne Ersatzrad, mit einem verbeultem Dach, horngroßen Strukturveränderungen Links und Rechts, einem Border Collie der anfängt zu bereuen dass er ein Hütehund ist und ein Lamm das mit seltsamen Verdauungsstörungen geboren wurde.

Lough Foyle glänz zur Rechten - halb verdeckt von einer Eisenbahnböschung - links sind die Klippen Benevenaghs. Verschiedene Wohnhäuser - manche gemütlich Andere vermurks - verstecken sich unten am Berg. Man wundert sich wie sie die fallenden Felsbrocken und - möglicherweise - selbstmörderische Schafe vermeiden können.

  Einige Wasserfälle rauschen von den senkrechten Klüften und geben der vernachlässigten Landschaft dennoch Schönheit.

 
Wir überqueren die Eisenbahnlinie - entkommen gerade noch einem schnellen Zug der von einem fluchenden Fahrer betrieben wird - und bewundern den Golfplatz, der sich zwischen uns und dem Lough ausbreitet.

Glücklicherweise sind beide Fenster des Wagens offen so dass der Golfball, der von Rechts hereinsaust, nur meine Brille poliert bevor er durchs andere Fenster verschwindet nachdem er Meg die saubersten Nase in Ulster hinterließ.

Nur unser Mittagessen wurde beschädigt. Tudor - ein Lebewesen voll von schlechten Gewohnheiten - schnappte nach dem Geschoss und verfehlte es. Statt dessen bekam er ein Maul voll Flossie, aber weiter wurde Nichts beschädigt:

Heute haben wir eigentlich Nichts als Glück.

Die Eisenbahn bei der Seacoast Road

Die Coleraine - Londonderry Eisenbahn

 
Strandverkehr Der Strand von Benone mit Mussenden Tempel im Hintergrund Wir sind nun am 'Benone Strand und touristischen Komplex' angekommen. Der Stadtrat ist sehr stolz auf diese Anlage und man bietet allerlei Vergnügungen für Familie und Kind.

Es gibt sogar einen Golfübungsplatz wo man lernen kann wie man es vermeiden kann ein fahrendes Auto nicht mit einem Golfball zu treffen.

Eine Europäische 'Blaue Fahne' flattert am Strandeingang. Kann es sein das sie nur den Stränden verliehen wird die eine höhere Verkehrsdichte als die Hauptstraße von Dungiven haben? 

 
 Es herrscht hier Hochbetrieb und wir ziehen uns hastig zurück ehe der Hauptverkehr nichts mehr von uns übrig lässt. Die blaue Fahne ist ein Witz: - dieser Ort braucht eine rot-weiß karierte Flagge. Es scheint dass Liebhaber der ungestörten Natur hier nichts zu suchen haben und ihr angeschlagenes Auto woandershin fahren müssen.

Wir entschließen uns das Getümmel  von der anderen Seite des Loughs zu betrachten und fahren in Richtung Fähre.Wir biegen Rechts ab und sind bald auf der Straße zum Magilligan Point - die Spitze der Halbinsel von Magilligan. Dies war einmal ein Militärgelände  und die Überbleibsel der alten Betonbunkern verzieren die Dünen noch immer.

 
Die Armee benutzt noch immer einen Schießstand den wir Rechts sehen können, aber glücklicherweise schießen sie heute nicht. Nach dem abgestürzten Segelflugzeug, der langen Welle und dem irrflügigen Golfball ist eine Hagel von Kugeln dass Letzte das wir brauchen können!

Da das Militär noch Besitzer der Umgebung ist, sind die wilden Tiere und Pflanzen hier sehr gut erhalten. Aber natürlich hat dies auch seine Kehrseite: vor uns ragt das Zuchthaus von Magilligan. Dieses Kunstwerk der Architektur ist so hässlich dass jegliche Beschreibung ein Kompliment wäre - tun wir es also nicht.

Man sagt dass es bald zugemacht werden soll. Ich nehme an dass das nicht früh genug für die Sträflinge kommen kann. Wir vergeuden ein bisschen Zeit damit nach verdächtig aussehenden Gestalten zu spähen, die in gestreiften Anzügen durch die Gegen fliehen - doch vergebens. Man sollte doch wirklich meinen dass sie ab und zu mal die Gatter offen lassen würden.

Die Straße zum Punkt

Die Straße zum Magilligan Point

 
Wir blicken zurück 
Blick zurück nach Nordirland
Bis jetzt hatten wir wenig Verkehr aber plötzlich begegnen wir zahlreichen Autos  - das ist ja schlimmer als am Strand von Benone.Es ist ein sicheres Zeichen dafür dass die Fähre angelegt hat, denn das kleine Schiff kann nur ungefähr dreißig Autos tragen und die brauchen nicht lange um herunter zu rollen - es wird Zeit uns zu beeilen denn der Kapitän des Bootes hat es immer so eilig. Ich gebe Gas und wir rasen durch die scharfen engen Kurven. Verschiederlei Metallstücke fliegen vom Auto ab und kreischen in die Böschung - aber wehr braucht die denn schon?

Die Fähre will gerade ablegen, aber sie warten noch bis wir uns an Bord quetschen. Wir kaufen ein Ticket und genießen die Reise - welche fabelhaft ist.

An der nordirischen Küste sehen wir den Martello. Er hätte wahrscheinlich geholfen Napoleon zu besiegen, hätte man ihn nur etwas früher erbaut.
Auf der Donagal Seite sehen wir Greencastle mit seiner Burg - sie ist grün - und noch einen Martello Turm. Sie können viel mehr über diese historischen Bauwerke lernen wenn Sie diesem link nachfahren.

 

Die Kreuzfahrt dauert nur fünfzehn Minuten und wir erreichen bald den Greencastler Hafen. Hier liegt eine große Fischereiflotte vor Anker. Einige der Boote werden gerade repariert - Andere haben so viele rostige Löcher, Beulen und Kratzer sie sehen so aus wie die Russische Marine an einem sehr Schlechten oder unser Auto an einem guten Tag. Man muss vermuten dass die Reparaturhelden die größten Optimisten der Welt sind. Entweder das oder sie kommen Alle aus Irland!

Wie Donner kracht die Fähre auf das Land
wir rollen ab, ein Parkplatz ist zur Hand.

 Flossie sieht rastlos aus und muss wahrscheinlich wieder Gassi gehen. Glücklicherweise passt ihr Tudors Halsband - wir binden einen kleine Strick daran und wandern sie hinüber aufs Gras. Flossie greift sofort einen Abfalleimer an und fängt wütend an zu fressen.

Die Fischereiflotte 
Die Greencasteler Fischereiflotte

Unglücklicherweise ist dieser Riesenhunger nur eine schlaue List um uns auf die falsche Spur zu bringen, denn sie springt plötzlich hoch in die klare Luft, kickt ihre Lammshaxen gegen Alles das sie hinter sich vermutet und saust mit überraschender Geschwindigkeit und noch mehr Lärm vorwärts.

Das Stückchen Leine, das sie zu kontrollieren suchte, ist nun nicht mehr. Wir hören ein triumphales 'Bäääääh' das von einem noch lauteren 'T H U M P' gefolgt wird. Flossie raste genau in die Beine eines verblüfft aussehenden Mannes der gerade auf uns zu kam. Er schnappt sie fachmännisch beim Kragen und nähert sich mit einer solch offiziösen Gangart dass wir nichts Gutes erwarten können.

Er trägt eine Uniform die  mit 
"                "  (G R E N Z B E A M T E R) in großen unsichtbaren Buchstaben beschrieben ist.

Greencastle 
Greencastle von der grünen Burg aus gesehen

"Sir. Gehört dieses arme Viech Ihnen?"

fragt er mit einer gefährlich höflichen Stimme die die unhörbaren Phrase
"Jetzt Geht Es Dir An Den Kragen, Sir!" an jedes andere Wort hängt.

"Jawohl, Herr Hauptmann. Das ist Flossie, unser Mittagessen".

Er schluckt das ohne mit der Wimper zu zucken.

"Haben Sie einen Einfuhrschein für dieses Tier, Sir?"

Warum können einen Beamte immer wieder mit dummen Fragen, zu denen es keine leichten Antworten, durcheinander bringen - und warum nennen sie einen immer 'Sir' wenn sie es tun?

"Nein, Herr Offizier. Ich wusste gar nicht dass wir einen brauchen".

 
Ich denke ein wenig nach - eine schwere Aufgabe - und  plädiere hinterhältig.

"Wenn Sie sie uns zurückgeben,  können wir Alle mir der nächsten Fähre wieder verschwinden!"

Der Offizier begünstigt uns mit einem humorvollen Augenzwinkern - ein Vorzeichen dessen was noch kommen wird - und fragt hinterhältig:

"Sir. Sind sie denn im Besitz eines Ausfuhrscheines für dieses Tier, Sir?"

Schon wieder am Boden zerstört! Wir müssen ein 'Tierisches Ergebungsformular' unterschreiben und Flossie dem hungrig aussehenden Beamten übergeben, der sich schon seine Lippen leckt während er in Richtung Kaserne wandert. Als er an unserem Auto vorbeikommt nimmt er etwas aus dem Inneren und ruft fröhlich:

"Sie brauchen dann diesen Strauch Rosmarin nicht mehr, Sir!?"

"Nehmen Sie das Zeug und möge Sie der Teufel holen" antworte ich erschöpft.

 
Er wendet sich um und blick in Richtung Anlegestelle. Die Fähre hat abgelegt, statt dessen kriecht ein tropfender Traktor mühsam  am aus dem Wasser, gesteuert von einem Mann der eine feuchte, uns wohlbekannte Uniform trägt. Wasser strömt von Mann und Maschine und fließt in alle Richtungen davon.

"War mit dem U-Boot
alles in Ordnung , Willie?" ruft Flossies Fänger dem Neuankömmling, der sein Fahrzeug angehalten hat und öliges Wasser aus einem großen Werkzeugkasten schüttet, zu.

"Jawohl" erwidert der U-Bootinspekteur und spuckt gerade genug Wasser aus um dieser Geschichte Glaubwürdigkeit zu verleihen, "einer von den alten Torpedos sieht ein bisschen verdächtig aus, aber sonst ist der Job a good'un."

Die Unterhaltungen in dieser Gegend grenzen an das Unglaubliche!

Ein tropfender Schlepper 
U-Boot Willie, und sein Unterwasserinspektionsfahrzeug 

 
Benevenagh über dem Lough Foyle 
Benevenagh und Lough Foyle
Wir sind allmählich sehr hungrig geworden und entschließen uns endlich unser Picknick - hier und sofort - zu essen.

Schon wieder reingefallen! Flossie ist da schon vor uns dran gewesen und hat Alles gefressen - sogar die Plastiklöffel.

Es bleibt uns nur noch übrig auf die nächste Fähre zu warten um dann mit knurrenden Mägen und schwepperden Auto nach Hause zu fahren.


 
 
Die ohrensplitternde Fortsetzung

 


 

Flossie the lamb  
 
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