Drei Gedichte von oder über Limavady
und dem Tal der Roe

 


Aus dem Buch "The Irish Sketch Book 1842" von William Makepeace Thackeray

Seine Einleitung zum Buch

 
Peg von Limavady Übersetzung (c) Jochen Lueg

		Es reiste aus Coleraine
(dort lebt die schöne Kitty)
ein Mann von London auf
dem Weg nach Derry City.
Sein Gemüt war dunkel,
kalt der Leib, verwirrt
war der Weg der, wie man hofft,
nach Limavaddy führt.

Berge ragen überall
mit düster'm Stieg und Hang
Und der Hufe Schall
ist ein Trauerklang.
Wind tost durch die Heide
und heult dort über'n Teich
die Luft ist kalt, die Gegend ist
schwarz und vogelreich.
Am Rand des dunklen Moor's
wo Silberseen glänzen
hüpfen schwarze Krähen
und wackeln mit den Schwänzen.
Der Cockney hoch im Wagen
versteckt sich kalt im Plaidy.
Verflucht die schlechte Straße
die führt nach Limavaddy.
Yonder lay Lough Foyle ....
Dort glänzt schon fern Loch Foyle ... Ölgemälde von Anna Nichol

        

Zurück blieb nun der Wald.
Es blies der Herbst durch's Haar
und spielte mit dem Laub
das gelb wie Senf schon war.
Dort glänzt schon fern Loch Foyle
durch den ein Sturm grad' pfiff
Bedeckt von Nebelschwaden
sind Küste, Meer und Schiff.
Rauf und runter trabte
das tapf're Ross, das Kranke
denn eine rote Wunde
blutet auf der Flanke.
"Wo wechseln wir das Pferd"
frage ich den Laddy
der die Kutsche fährt:
"Herr, in Limavaddy."


Limavaddys Wirtshaus ist ein schlichter Ort. Doch Whisky und Kartoffeln gibt's dort immerfort. Der Wirt, noch an der Pforte ruft den Willkommensgruß zu Jedem der in dem Hotel in dieser Kälte rasten muß. Die Wirtin strickt und sitzt ganz nahe bei der Stiege und schaukelt mit dem Fuß wachsam sanft die Wiege. In der Ecke am Kamin find' ich mir ein Plätzchen, ein kleiner frecher Hund spielt dort mit den Kätzchen (Sie spielten rund um's Feuer so toll sie immer mochten) während auf dem Torf schon die Kartoffeln kochten. Und das Wiegenkind die Mutter säugt es dort Singt ein Lied und dreht dabei das Spinnrad immerfort. Den Treppen rauf und runter entfall'n zwei Zwillingsengel (man sah noch nie so fette und schmutzbefleckte Bengel) Die Beine sind am Schlimmsten, doch süß ist ihr Gesicht .. doch endlich ist es Zeit daß der Wirt mich unterbricht; "Sie müssen schon halb tot sein, vom dieser Kälte hier, Gern' bring' ich Ihnen einen Punch oder wollen Sie ein Bier?" Ein Frauenzimmer nahte das die Getränke trug (ein halbes Pint von Ale schäumt in einem Krug). Ach, ihr Götter wißt's doch: mein Herz began zu schlagen, Hebe, denk' ich kam herein den Nektar hold zu tragen. Das Lächeln ihrer Lippen das fast das Herz mir bricht! Die Stube, auf mein Wort, erglänzt in neuem Licht. Mit einem netten Knicks wird der neue Gast beglückt und lächelnd wird ein Glas in seine Hand gedrückt. Doch meine Zitterpfote hat das Glass von Hopfen- säften umgestoßen: Es gossen alle Tropfen. Und die nassen Fluten (Verzeiht Ihr Damen, laßt dies' Büchlein hier nicht sinken) Hab'n mir das 'Dings' benaßt! Als sie dieses Unglück vor Freude nahmen war da lachten Wirt und Wirtin und Mägdlein wunderbar. Welch ein fröhlich Schmunzeln Miss Peggy's war so munter, als langsam mir das Bier lief am Bein herunter. Solch ein lautes Lachen, Der silberhelle Klang lag mir noch in den Ohren viele Tage lang. Solch glücklich frohe Klänge hört man in den Hallen wo schöne Glockentöne bei Kindertaufen schallen. Nur wer es je gehört hat wie Caradori schön singt in 'Giovinetti' erkennet dies Getön. Schön war Peggy's Lachen, süß und hell und toll und meine Unterhosen war'n vom Bier halb voll! Das Lachen ist vorüber. Das schöne Flittchen Peg ist nie wenn sie sich müht der Fleißigkeit im Weg. Sie nimmt sich mit Vergnügen des heißen Kessels an. Dann säubert sie die Löffel jetzt ist der Teetopf dran; nun setzt sie noch die Tassen in Reih und Glied. Es strahlt! Jetzt säubert sie den Topf und so hab' ich sie gemalt. So hab' ich sie gemalet. Den Topf umfing sie ganz und ihre heißen Wangen beröten seinen Glanz. Ah es ist unmöglich zu erklär'n wovon man spricht. Der Topf ist mir gelungen nicht aber ihr Gesicht. Denn der schönste Bleistift der über's Gummi lacht kann niemals richtig zeigen wie Peggy sauber macht.
Peg of Limavaddy  
		  

Die sinnige Bewegung
sie gleitet wie die Feen
berührt fast nicht den Boden
Kaum kann ich sie noch seh'n,
Die bloßen runden Arme
das nackte kleine Bein.
Die Damen Roms sie konnten nie
wie Peggy's Änkel sein.
Geflochten ist ihr Haar
Sie ist so sanft und bieder,
die kleine Hüfte schlank
und voll ist doch das Mieder.
Dieses muß ich sagen:
Glücklich ist der Laddy
der das Herz erwirbet
der Peg von Limavaddy
Wenn sie einst getraut
gesegnet ist der Daddy
Der schönen Kinderschar
der Peg von Limavaddy.
An Schönheit ist es reich
das grüne Land des Paddy
doch schön ohne Vergleich
ist Peg von Limavaddy.


Bürger ohne Grollen
Tory, Whig und Radi-
kale wollen
Peg von Limavaddy.
Wenn ich ein Homer wäre
oder Sergeant Taddy
die die ich verehre
ist Peg von Limavaddy.
Und bis ich sterben werde
sind meiner Laute Töne
für Peg, die ich verehre
die Limavaddy Schöne.


Von Archibald Mc'Sparrans Buch:"Donnell and the Norman De Borgos"

 
Finvola, das Kleinod der Roe Übersetzung (c) Jochen Lueg

        Im Land der O'Cahans, wo die düster'n Berge stehn
deren braunklüft'ge Kämme die Wolken stehts seh'n,
Im tiefsten Tal wuchs ein Blümelein froh
Und man nennt es Finvola, das Kleinod der Roe;
Und man nennt es Finvola, das Kleinod der Roe.


Von der Insel AEbudae erscheint uns'rem Blick
Ein Jüngling in Tartan und seltsam' Geschick.
Ein Stern auf der Brust daß die Waffe nicht droh'
Und er liebt die Finvola, das Kleinod der Roe;
Und er liebt die Finvola, das Kleinod der Roe.
Finvola?
	
Ihr Mägde vermeided den Berg und das Tal.
Die Augen zerbrachen, die Wangen sind fahl.
In schweigender Trauer kein Mensch ist mehr froh
denn tot ist Finvola, das Kleinod der Roe;
ach tot ist Finvola, das Kleinod der Roe.


"The Londonderry Air" von Frederic Weatherly

 
Danny Boy

	
Oh Danny Boy, die traur'gen Pfeifen rufen
von Bach zu Bach und von des Berges Hang.
Der Sommer und die Rosen sind vergangen
doch Du wirst bleiben und nur ich muß gehn.
Kommst Du zurück zu sonnenheißen Wiesen
auch in das winterweiße Tal komm heim.
Sollt es im Licht sein oder auch im Schatten
Oh Danny Boy, ich liebe Dich so sehr.


Nun kommst Du und die Blumen sie verblühten
und ich bin tot, es könnte ja so sein:
Du kommst und findest mich wo ich nun liege
Du kniest und sagst noch ein Gebet für mich.
Ich höre Dich, der sanft dann zu mir schreitet
und mein Grab wird warm und süßer sein,
wenn Du dich beugst und sagst daß Du mich lieb hast
dann schlaf ich glücklich ich bis du wieder zu mir kommst.
Oh Danny Boy, die traur'gen Pfeifen rufen
von Bach zu Bach und von des Berges Hang.
Der Sommer und die Rosen sind vergangen
doch Du wirst bleiben und nur ich muß gehn.
Kommst Du zurück zu sonnenheißen Wiesen
auch in das winterweiße Tal komm heim.
Sollt es im Licht sein oder auch im Schatten
Oh Danny Boy, ich liebe Dich so sehr.


Nun kommst Du und die Blumen sie verblühten
und ich bin tot, es könnte ja so sein:
Du kommst und findest mich wo ich nun liege
Du kniest und sagst noch ein Gebet für mich.
Ich höre Dich, der sanft dann zu mir schreitet
und mein Grab wird warm und süßer sein,
wenn Du dich beugst und sagst daß Du mich lieb hast
dann schlaf ich glücklich ich bis du wieder zu mir kommst.



Zurück zum Anfang
Two Tudors