|
Der alte Limavady
Flugstützpunkt in Aghanloo |
Zwei Wellington Bomber vom alten Kontrollturm aus gesehen. |
Unser Titelbild ist eine Montage, doch während der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hätten
sie eine ähnliche Szene fast jede Woche sehen können. Die Landebahnen des alten
Kriegsflugzeuges sind fast verschwunden, doch viele der alten Verwaltungs- und Mannschaftsgebäude können noch immer
besucht werden. Ich präsentiere hier einen Rundgang durch das Gebiet .
Der alte Flugstützpunkt ist eine Sammlung alter Gebäude die
jetzt ziemlich traurig aussehen und an Zahl von Jahr zu Jahr
geringer werden, denn Neubau und Fortschritt haben einen unerbittlichen
Zahn.
Er wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in großer Hast erbaut, so dass britische Schiffe auf dem Weg über den Atlantik vor U-Booten und Flugzeugen beschützt werden konnten. Piloten aus vielen Teilen des Britischen Empires, die hier basiert waren, flogen Liberator und später Wellington Bomber und viel junges Leben ging verloren. Der Berg Benevenagh war ein ungnädiges Hindernis und die schnell gebauten Flugzeuge, geflogen von hastig trainierten jungen Piloten, waren oft eine Todesfalle. Es ist überraschend zu lesen, dass mehr junge Piloten durch Unfälle als durch Feindeshand uns Leben kamen. |
Sicherheitsmaßnahmen waren sehr strikt während des
Krieges und die meisten Leute
waren auf den Flugplatz nicht willkommen - eine Sicherheitsschranke war
schon
beim Gut Drenagh über der Strasse. Die Leute, die eine Erlaubnis
hatten,
hätten das Gebäude im Bild links zuerst betreten.
Scharfäugige Leser können vielleicht gerade noch die
Inschrift 'MAIN GUARD ROOM' (Hauptwache) ausmachen Man hört es allerdings gerne, dass trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen altbekannte Einheimische - wie der jetzt verstorbene Tommy Houston - kommen und gehen konnten, wie sie wollten. Tommy war der Klempner und man hört die Geschichte, dass die Wache, die Tommy einmal anhielt und ihm verbot, das Flugfeld zu betreten, weil er ihn nicht erkannte, vom Wachoffizier ausgeschnauzt wurde mit der Begründung, das alle Menschen die in der Umgebung von Limavady leben, Tommy ja eigentlich kennen sollten. |
Obwohl der Zahn der Zeit wie immer fleißig genagt hat, hier einige sehr interessante Sachen überlebt. Leute, die sich gerne alte Kriegsfilme anschauen, werden den Raum auf der linken vielleicht gleich erkennen. Es ist die alte Kommandozentrale. Der Vorgesetzte würde oben auf dem Podium gestanden haben - welches im Bild von einigen waghalsigen Geschichtsforschern bevölkert wird. Unter ihm waren die großen Tische, auf denen nervöse Männer und Frauen kleine Modelle von Schiffen und Flugzeugen herumschoben, um den augenblicklichen Stand des Kampfes im Atlantik anzuzeigen. An der Mauer hingen normalerweise große Karten und Tabellen des Kampfeinsatzes. Diese spannenden Zeiten sind natürlich längst vorbei - heutzutage ist der Raum halb mit Wasser gefüllt. |
Die alte Meldungstafel ist noch immer an der Wand und notiert Dinge wie
Sonnenaufgang und die Phase des Mondes. Alles Sachen die heutzutage
unwichtig sind, die aber damals eine besondere Bedeutung hatten.Auf anderen Tafeln kann man die letzten aufgekreideten Meldungen sehen - sogar der letzte Flug vom alten Flugfeld ist noch aufgezeichnet. Erinnerungen an eine ferne - andere - Zeit. Es tut gut, zu bedenken, dass Menschen aus Limavady an diesen Geschehen teilnahmen und dass es noch Dinge gibt, die uns daran erinnern. Die Fotografien in diesem Bericht sehen so aus, als ob es hier viel Licht gab - dem war aber nicht so. Es war fast dunkel und nur das Blitzlicht der Kamera gab die nötige Helle.Die kleine Taschenlampe rechts mit fast ausgebrannten Batterien war unser einziges Licht. |
Nach all dieser Düsterheit betreten wir gerne wieder die Außenwelt, um uns einige der Oberflächengebäude zu betrachten. Das große links war einmal das Feuerwehrhaus. In jenen Tagen hatten sie sehr lange Leitern. Gegen Endes des Krieges waren die Landebahnen des Flugplatzes zu kurz für die neuen großen Bombenflugzeuge und der Stützpunkt wurde zur Ausbildungsabteilung umgewandelt und viele der Gebäude die bis heute überlebt haben, waren damals Klassenzimmer. |
Eines der interessantesten Klassenzimmer war der 'black
dome' - die schwarze Halbkugel rechts. Über die Jahre
ist es von vielen jugendlichen Vandalen besucht worden, die die Anlage
als Spielplatz benutzen. Der Dom wurde einmal zum trainieren der
Mannschaften für Flugzeugabwehrkanonen benutzt.
Eine Kanone stand in der Mitte des Raumes und der Nachthimmel wurde
durch kleine Lichter an der Decke imitiert. Man schaltete die Lichter
serienmäßig aus, so dass es so aussah, als ob ein Flugzeug die
Sterne verdeckte. Der Schüler zielte dann auf die lere Stelle
und schoss wie wild. Wie man sehen kann benutzten sie nur
Platzpatronen, denn die Halbkugel blieb unversehrt. Auf Grund der Form dieses Gebäudes wird der Schall im Inneren auf merkwürdige Art und Weise reflektiert und abgelenkt, so dass man an bestimmten Stellen Leute flüstern hören kann, die sich an der anderen Seite des Raumes befinden. |
Die Geschichte überliefert, dass die Vandalen nach
Afrika zogen - sie müssen aber einen Umweg über Nordirland
gemacht haben, denn sie haben diesen Turm auch gründlich besucht. Es
ist der alte Kontrollturm und einstens gab es einen hölzern Balkon
rundum, so dass man die landenden Flugzeuge beobachten konnte.
Vom Turm aus muss man viele Bruchlandungen gesehen haben. Einige Leute in der Umgebung erinnern sich noch an eine Nacht, in der man drei Brände von drei verschiedenen Fehllandungen auf den Bergen sehen konnte. |
Die alten Hangar gibt es noch immer und heutzutage beinhalten sie wer weiß was. Vor nur vierzig Jahren wurden die Überbleibsel der alten Landebahnen von Autofahrern zum lernen benutzt, aber heutzutage sind sie meistens verschwunden. Die Gegend ist jetzt ein Industriegebiet und große Firmen, wie Seagate, haben hier Fabriken gebaut. |
Hier ist ein nettes Überbleibsel der
damaligen Zeit. Während seiner Laufbahn wurde dieser alte
|Lastwagen einmal in einen Tanker umgebaut und - wenn man nach dem
Versteigerungsticket geht, das auf seiner Windschutzscheibe klebt -
wurde er einmal von einem Sammler gekauft. Er ist ein wenig wie dieser
Luftstützpunkt - strotzt nur so von Geschichte, fällt aber
langsam auseinander. Da niemand daran interessiert ist, all dies zu
bewahren, wird es wahrscheinlich so weitergehen.
|
|
Man sollte manchmal an die armen Kerle
denken, die all dies nicht überlebt haben. Menschen wie jedermann,
die unter Bedingungen leben mussten, die sie nicht kontrollieren konnten
- viele verloren ihr junges Leben in einer schlechten Zeit. Viele ihrer
Gräber kann man überall in Irland finden, einige auch hier in
Limavady.
Unten ist eine Fotographie vom Flugstützpunkt, die zeigt, wie er im
Jahr 1942 ausgesehen hat. Man kann gerade noch die Mündung der Roe
in den Lough Foyle ausmachen
|
| Zur Geschichtsseite
|
Zum Anfang
|
Die letzte Seite
|